Bericht zur Deutschen Kata-Meisterschaft 2022

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Hamburg – Der Judoverband Pfalz startet am vergangenen Wochenende mit fünf Athleten*innen bei den diesjährigen Deutschen Kata-Meisterschaften in Hamburg. War die Delegation diesmal zwar kleiner als in den vergangenen Jahren, so konnte trotzdem einiges erwartet werden, schließlich haben alle drei Paare schon Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewinnen können.

In der Ju no kata starteten Uli und Elke Bröckel (Dürkheimer Judovereinigung, Tori immer erstgenannt), die bis dahin amtierenden deutschen Vize-Meister, sowie Daniel Koliander und Mirjam Berensdorff (JSV Speyer / Judokan Landau), drittplatzierte bei der vorvergangenen DKM .

Am Wettbewerb in der Kodokan goshin jutsu nahmen mit Thomas Hofmann und Daniel Koliander die Erstplatzierten der letzten Deutschen Kata-Meisterschaften teil.

Die Wettbewerbe gestalteten sich noch spannender als erwartet. Zunächst musste die Pflicht, nämlich eine vordere Platzierung in der Vorrunde, erfüllte werden. Die ersten vier Plätze berechtigen zur Teilnahme an der Finalrunde.

Uli und Elke konnten diese Aufgabe souverän meistern. Als Zweitplatzierte in der Vorrunde hinter den amtierenden Europameistern in dieser Kata sicherten sie sich die Finalteilnahme und zeigten der Konkurrenz ihren Anspruch auf eine Wiederholung der vergangenen Erfolge.

Daniel und Mirjam verpassten den Finaleinzug mit Platz fünf nur knapp. Die ersten vier Plätze wurden alle von Paaren aus dem Nationalteam bzw. erweiterten Nationalteam errungen. Es war schon vorher klar, dass es schwer werden würde, wenn diese Paare ihre Leistung abrufen. Zumindest konnte man die restliche Konkurrenz hinter sich lassen.

Kurz darauf mussten Thomas und Daniel in der Kodokan goshin jutsu ran. Ob es an der kurzen Pause lag? Daniel griff jedenfalls bei der dritten Technik daneben: ein großer Fehler! Das blieb den Wertungsrichtern nicht verborgen. Trotzdem sicherten sich beide mit einer danach konzentrierten Leistung die Finalteilnahme mit Rang 3 in der Vorrunde. Irgendwann muss der „Staffelstab“ an ein jüngeres Paar übergeben werden. Beide waren sich jedoch sicher, dass das in diesem Jahr noch nicht der Fall sein sollte.

Für Spannung war also gesorgt. In die Finalrunde starteten zunächst Uli und Elke in der Juno kata. Das Ziel war ganz klar der zweite Platz. An den mehrfachen Welt- und Europameistern in dieser Kata ist realistischer Weise nicht vorbeizukommen, zumindest dann nicht, wenn sich diese keinen schweren Fehler erlauben, was trotz aller Routine immer möglich, aber eben nicht sehr wahrscheinlich ist. Uli und Elke konnten ihr Potenzial abrufen, hatten aber beide das Gefühl, dass der Durchgang im Vorlauf etwas besser war. Das Gefühl sollte sie nicht trügen. Das Paar aus Schleswig-Holstein schob sich noch an ihnen mit nur drei Punkten Abstand vorbei. Nach zweimal Silber in Folge nun also die Bronzemedaille. Nach dem was gezeigt wurde, können die beiden Dürkheimer trotzdem stolz auf ihre Leistung sein!

Thomas und Daniel setzten nun zur Aufholjagd an. Sie mussten in der Finalrunde gleich als erstes Paar ran und wollten die Konkurrenz mit einer dominanten Leistung in Zugzwang bringen. Das gelang ihnen auch. Der Finaldurchgang war deutlich besser, so dass beide guten Muts von der Matte gingen. Die Konkurrenz blieb allerdings auch Nervenstark. Nach Abschluss des Wettbewerbs war für Thomas und Daniel aber relativ klar, dass sie es wieder geschafft zu haben. Das sahen die Wertungsrichter diesmal allerdings anders. Auch für die Speyerer blieb am Ende „nur“ die Bronzemedaille. Woran hat es tatsächlich gelegen? Das muss die spätere Analyse zeigen. Natürlich überwog erst einmal die Enttäuschung, schließlich war der dritte Platz das bisher schlechteste Ergebnis, das beide in dieser Paarung bei Deutschen Meisterschaften errungen haben.

Das Fazit für die Pfälzer Delegation fällt trotzdem positiv aus: 2x Bronze mit drei Paaren zu erringen, das ist schon aller Ehren wert. Der kleine Landesverband Pfalz setzt immer wieder Ausrufezeichen auf nationaler Ebene!

Die Speyerer Kata-Trainingsgruppe um Thomas Hofmann, bei der alle pfälzischen Teilnehmer trainieren, wird die Leistungen analysieren und daraus neue Ansätze ziehen. Ein weiteres Ziel sollte es jedoch sein, das enorme Wissen auch an jüngere Athleten*innen weiterzugeben. Damit die Pfalz bei den nächsten Meisterschaften auch wieder mehr konkurrenzfähige Paare stellen kann. Der Ausfall der Speyerer Katame no kata – Spezialisten Reinhard Köhler und Jürgen Mohr hat schon sehr geschmerzt.

Daniel Koliander