Kata-EM Bericht

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Las Palmas, Gran Canaria – Spanien

Pfälzische Kata-Paare mit Achtungserfolgen bei der Kata-EM

Für die diesjährigen Kata-Europameisterschaft vom 20.-21.07.2019 wurden vom DJB insgesamt 3 Kata-Teams des Pfälzischen Judoverbands nominiert. Für den Judoverband Pfalz stand somit bereits im Vorfeld der erste großer Erfolg fest, schließlich stellte der kleine Landesverband nach NRW die meisten Starter im Aufgebot des DJB.
Erstmalige im DJB-Aufgebot standen Uli und Elke Bröckel von der Dürkheimer Judovereinigung in der Ju-no-kata. Beide hatten sich den Start durch beständig gute Leistungen auf nationaler Ebene in den letzten drei Jahren erarbeitet. Bei ihrer ersten EM ging es für die Vize-Deutschenmeister natürlich vorrangig darum, sich auf internationaler Ebene gut zu präsentieren.



In der Katame-no-kata waren Reinhard Köhler (1. BC Zeiskam) und Jürgen Mohr (JSV Speyer) am Start. Für Jürgen und Reinhard war es bereits die zweite Nominierung nach 2015. Trotz längerer EM-Abstinenz rechneten sich beide Chancen auf einen vorderen Platz aus.

Mit Thomas Hofmann und Daniel Koliander (JSV Speyer) komplettierten die Kata-Routiniers des Pfälzischen Judoverbandes in der Kodakan-goshin-jutsu das Pfalz-Trio. Die Zielvorgabe war die ersehnte EM-Medaille, schließlich hatten beide diese in den vergangenen Jahren immer nur sehr knapp verfehlt.
Zum Turnierstartet zeigen sich alle drei Paare hoch motiviert und konzentriert. Alle wollten ihre beste Leistung zeigen. Es galt unter dieser Anspannung nicht zu verkrampfen, eine gewisse Lockerheit zu bewahren.

Reinhard und Jürgen machten den Anfang und konnten auch schon ein Ausrufezeichen setzen. Auf diesem Niveau schaut das Wertungsgericht streng auch auf die kleinsten Fehler. Trotzdem konnten eine hohe Punktzahl erreicht werden. Die 360,5 Punkte reichten am Ende für einen sehr guten siebten Platz. Wie eng das Feld hier zusammenlag, verdeutlicht der Abstand zu Platz 4 mit nur 10 Punkten. Dieser wäre an diesem Tag wohl auch für Jürgen und Reinhard möglich gewesen. Damit verdeutlichte das Duo, dass die Nichtberücksichtigung in den letzten vier Jahren von Seiten des DJB sicher ein Fehler war.
Auch Elke und Uli zeigten sich von der EM-Atmosphäre vollkommen unbeeindruckt. Das ist für ein Newcomer-Paar nicht selbstverständlich, startet man doch in dem Wissen, dass die internationale Kata-Elite einen genauen Blick auf jedes Detail wirft. Mit starken 378,0 Punkten sicherten sich die Dürkheimer einen soliden 8ten und damit Mittelfeldplatz. Die Medaillenränge sind zwar noch etwas entfernt, doch bereits mit nur gut 10 Punkten mehr hätte sie Platz 5 erreichen können.

Thomas und Daniel wussten, dass die Chance auf eine Medaille gegeben war. So legten sie auch los: dynamisch, energisch und konzentriert. Beide wussten, dass man mit einer auf Sicherheit bedachten Darbietung keine EM-Medaille gewinnen kann. Die Wertungsrichter honorierten das Gezeigte mit sehr starken 528,5 Punkten. Das bedeutete zunächst Platz 3 hinter den punktgleichen Vize-Weltmeistern aus Belgien (bei Punktgleichheit zählt die Unterbewertung; so hatten die Belgier zwar mehr kleine, aber weniger mittlere Fehler). Im Turnierverlauf schob sich dann allerdings das Portugiesische Paar noch an beiden vorbei. So war der Traum von der Medaille dann ausgeträumt: Platz 4 punktgleich mit Platz 3! Sehr achtbar in einem extrem starken Teilnehmerfeld mit etlichen ehemaligen Europameistern, aber eben auch sehr bitter, zumal zu Platz 1 auch nur sieben Punkte fehlten.

Ein nur ganz kleiner Trost war, dass man das zweite Deutsche Paar wieder distanzieren konnte, hatte die interne Konkurrenz bei den nationalen Titelkämpfen Ende Juni doch 0,5 Punkte Vorsprung. Damals ging man noch davon aus, dass man kaum knapper verlieren kann.

Für das Pfalz-Team im DJB-Aufgebot war es aber insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, auch wenn die erhoffte Medaille am Ende fehlte. Alle konnten ihre Nominierung rechtfertigen. So konnte man bei Tapas und Rotwein nach Spanischer Lebensart das Turnier noch einmal Revue passieren lassen und Kraft für neue Aufgaben sammeln.


Auch die Völkerverständigung kam nicht zu kurz. Hier seien besonders die Luxembourger Judofreunde erwähnt, die über die Interreg-Kooperation inzwischen einen engen Kontakt zur Pfälzer-Kataszene aufgebaut haben.



D.Koliander